Pfarrkirche St. Korbinian in Dettendorf

Quelle: Chiemsee-Alpenland, Autor: Chiemsee-Alpenland Tourismus

Pfarrkirche St. Korbinian

Beschreibung

Zu Ehren des heiligen Korbinians...

Der Legende nach blutete der tote heilige Korbinian, der am 8. September zwischen 724 und 730 in Freising verstarb und dessen letzter Wunsch es war, im Südtiroler Mais bei Kloster Kuens/Meran begraben zu werden, bei einer Rast des Leichenzuges dorthin in Dettendorf aus der Nase. Das Blut, das in einem Gefäß aufgefangen und an Ort und Stelle vergraben wurde, erwies sich 40 Jahre später, bei der Rückführung der sterblichen Überreste nach Freising unter Bischof Arbeo am 20. November 769, noch immer frisch und flüssig. Die Bewohner des Ortes sahen in dieser Tatsache ein Wunder und errichteten an dieser Stelle zu Ehren des Heiligen eine Kirche.

1689 konnte Hans Mayr d. Ä. aus der Hausstatt mit einem Neubau der Kirche beginnen, der 1697 durch Fürstbischof Johann Franziskus Ecker von Kapfing und Lichteneck geweiht und als Filialkirche der Pfarrei Ischenberg unterstellt wurde. Nach mehreren Instandsetzungen setzte der in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts beauftragte Willinger Kirchmaler Sepp Hilz neue Akzente. Nach gründlicher Überholung durch die Wiegerling’sche Werkstätte  in Gaißach konnte die Kirchengemeinde 1997 das 300jährige Weihejubiläum ihrer St.-Korbinians-Kirche glanzvoll begehen.

In der malerischen Kirche mit ihrem vierjochigen Langhaus und die über das Kirchinnere sich wölbenden Stichkappentonne fallen die Krumper-Fenster auf, die im Chorraum nach oben und unten halbkreisförmig gebogen sind und helles Licht in den Langbau fluten lassen. Ihr schlanker Turm ist mit einer großartigen achteckigen Kuppel versehen. In der ungewöhnlichen, der Westseite vor gelagerten Halle, einem Vorgängerbau der Kirche aus dem Jahre 1684, der durch zwei kräftige Pfeiler geteilt ist, befinden sich ein gegeißelter Heiland und ein Totenkeller.

Auf dem barocken Hochaltar stehen rechts und links der Mutter Gottes als Himmelskönigin mit dem Kinde zwei spätgotische Holzfiguren (um 1500), die den hl. Korbinian und den hl. Sigismund darstellen.  Die kleineren Figuren links und rechts zeigen die hl. Katharina und die hl. Barbara. Im Auszug thront Gott Vater mit der Weltkugel und dem Zepter, darunter ist der hl. Geist in Form der Taube. An der linken Seite des Altarraumes ist die Figur des hl. Sebastians und gegenüber die des hl. Bennos angebracht. Ein spätgotisches Glasgemälde im Altarraum (um 1500) stellt den hl. Korbinian als Bischof im roten Mantel dar, um ihn rankt sich eine Legende, die den Bären zu seinen Füßen erklärt. 

Das Deckengemälde im Altarraum zeigt den Augenblick des Blutwunders, als das Gefäß mit dem frischen Blut eingegraben wird. Auf dem folgenden Deckengemälde von Sepp Hilz (1935) lässt sich ein Brautpaar in ländlicher Tracht vom hl. Korbinian den Segen für den gemeinsamen Lebensweg geben. Es folgt ein Bild mit der Legende des hl. Korbians mit dem gezähmten Bären und schließlich ein Fresko auf dem der Schutz der Dettendorfer durch den hl. Korbinian vor den Franzosen dargestellt ist.  Zwei sehenswerte Votivbilder erinnern den Betrachter, wie der Kirchenpatron den Dettendorfern Schutz gewährt.

1842 erhielt die St.-Korbinians-Kirche eine eigene, von Kematen unabhängige Kirchenverwaltung. Seit 1900 hatten Kematen und Dettendorf eine gemeinsame Stiftungspflege.

1917 erfolgt die Anerkennung der beiden Filialkirchen Kematen-Dettendorf zur selbständigen Expositur der Pfarrei Irschenberg und Josef Herzinger (1917-1926), früher Benefziat in Au, wurde Expositus mit Sitz in Kematen. 1919 erhebt Kardinal Faulhaber die Expositur zur Pfarrrei mit der Besonderheit, dass die Pfarrei zwei Pfarrkirchen St. Martin in Kematen und St. Korbinian in Dettendorf  besitzt.

Kontakt

Dettendorfer Str. 2, 83075 Au bei Bad Aibling, Deutschland
+49 8064 903540
+49 (0)8064 903545
st-martin.au@ebmuc.de

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