Ruine Neuenburg

Quelle: Allgäu GmbH, Gesellschaft für Standort und Tourismus, Autor: Christa Fredlmeier

Ruine Neuenburg

Beschreibung

Die Ruine der Burg Neuenburg liegt auf einem bewaldeten Hügelsporn südöstlich von Durach im Landkreis Oberallgäu in Bayerisch-Schwaben. Neben den sanierten Resten des Bergfriedes haben sich noch einige Mauerreste erhalten

Die Höhenburg entstand nach 1300 als Sitz eines Zweiges der Herren von Sulzberg. Das Geschlecht hatte sich um 1300 in zwei Linien aufgespaltet. Die Hauptlinie residierte weiterhin auf der nahen Burg Sulzberg. Die Veste ersetzte eine ältere Dienstmannenburg („Alte Burg“) des Stiftes Kempten und wurde „neue Burg“ oder „Neusulzberg“ genannt. Ältere Quellen lokalisierten sogar einen römischen Burgus auf dem Geländesporn. 1380 verstarb mit Konrad Schenk von Sulzberg zu Neuenburg der letzte männliche Spross der Neuenburger Linie. Die Burg kam anschließend an die Herren von Schellenberg, die mit den Sulzbergern in verwandtschaftlichen Beziehungen standen. 1408 setzte das Fürststift Kempten einen Vogt auf die Burg, der direkt dem Fürstabt unterstand. 1421 verkauften die Schellenberger ihr Lehen an das Stift. Der Verkauf wurde 1436 von Kaiser Sigismund bestätigt. 1455 installierte man eine Straf- und Besserungsanstalt auf der Veste. Während des Deutschen Bauernkrieges sollen 1525 einige Rädelsführer der Aufständischen auf der Neuenburg gefangen gesetzt und gefoltert worden sein. 1546 besetzten Truppen des Schmalkaldischen Bundes die Burg. Zwei Jahre später flüchteten die Frauen und Kinder aus der Umgebung vor den Kriegshandlungen auf die Neuenburg. 1552 eroberte ein Reitertrupp der norddeutschen Fürsten die Anlage, nachdem der Burgvogt die Übergabe verweigert hatte. Nach dem Abzug der feindlichen Soldaten setzte man die Veste nochmals instand. Der letzte Vogt verließ 1642 das Bergschloss über der Durach. Die Burg wurde aufgelassen und als Steinbruch ausgebeutet. Um 1893 sprengte ein Landwirt den großen Bergfried, um weiteres Baumaterial zu gewinnen. 1992 entdeckte man bei archäologischen Grabungen im Vorfeld der geplanten Sanierungsmaßnahmen den damaligen Sprengstollen in etwa zwei Metern Tiefe.

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