Katholische Pfarrkirche Ebensee

Pfarrkirche Ebensee
Pfarrkirche innen
Pfarrkirche von außen
Pfarrkirche im Winter

Beschreibung

Die Geschichte der Ortsentwicklung von Ebensee erhält mit dem Baubeginn eines "Pfannhauses“ (das ist eine Saline) 1604 einen entscheidenden Impuls, denn bis zum Salinenbau hat es im heutigen Zentrum nur 5 Häuser gegeben. Kirchlich gehörte der Ort lange Zeit zum Kloster Traunkirchen. Erst 1726 genehmigte Kaiser Karl IV. einen eigenen Kirchenbau "in der Lambat". 1729 konnte das vom Linzer Barockbaumeister Johann Michael Pruner geplante Gotteshaus, das dem Heiligen Josef geweiht ist, als Filialkirche von Traunkirchen geweiht werden. Die Erhebung zur Pfarre erfolgte 57 Jahre später durch Kaiser Joseph II. (1786). 1835 zerstörte ein Großbrand das Salinengebäude und ebenso den hölzernen Kirchturm, der 1841 massiv gemauert wieder errichtet wurde. 1910/1911 kam es zur Kirchenerweiterung unter der Leitung von Dombaumeister Schlager aus Linz. Die letzte Renovierung der Pfarrkirche erfolgte in den Jahren 1999 - 2004 (Außenrenovierung 1999 - 2001, Innenrenovierung 2002 -2004). Bei der Innenrenovierung kam es zu einschneidenden Umgestaltungen im Sinne der erneuerten Liturgie nach dem II. Vatikanischen Konzil. Dabei wurden die Seitenaltäre wieder auf ihren ursprünglichen Platz versetzt und die Seitenbänke zur Mitte der Kirche (Volksaltar) gedreht. Die ehemalige Sakristei ist nun Sakramentskapelle. Unsere Orgeln: Im Jahr 1770 erhielt die Pfarrkirche die erste kleine Orgel. Bereits 1810 (oder 1811) wurde sie durch ein größere ersetzt. Die alte fand vermutlich 1813 in der Kalvarienbergkirche eine weitere Verwendung. Die zweite Orgel musste 1910 auf Grund der Erweiterung des Kirchenraumes abgebaut werden. Sie versieht bis heute in der evangelischen Kirche zu Hallstatt ihren weiteren Dienst. Für die nächsten Jahre musste ein Harmonium die Stelle einer Orgel vertreten, bis 1924 eine von Ludwig Mayrhofer aus Linz gebaute Orgel beschafft werden konnte. Auf Grund der wirtschaftliche Lage wurden allerdings minderwertige Mineralien zum Bau verwendet, sodass seit den 1960er Jahren an einen Neubau gedacht wurde. Im Jahr 2005 bildete sich ein Orgelkomitee, das konkret einen Neubau anstrebte. 2012 wurde die neue von der Firma Pirchner aus Steinach am Brenner gebaute Orgel im alten aber renovierten Gehäuse eingebaut und geweiht. Zur jetzigen Gestaltung des Altarraumes und der Sakramentskapelle: Der Pregartner Künstler Herbert Friedl wollte der bestehenden barocken Pracht auf das Einfachste reduzierte Elemente entgegensetzen. Der Volksaltar als zentraler Ort der Eucharistiefeier steht im Mittelpunkt der Kirche, um den sich die feiernde Gemeinde versammelt. Die Holzbalken, die zum Altar zusammengefügt sind, möchten die lebendige Glaubensgemeinde zum Ausdruck bringen. Eine Besonderheit ist das Vortragekreuz: seine Balken sind aus unbehandeltem Holz von einer Baracke des KZ-Mauthausen. Damit soll hingewiesen werden, dass sich in der NS-Zeit in Ebensee eines der vielen Nebenlager von Mauthausen befand und tausende Menschen hier gelitten haben und ums Leben gekommen sind. Kunstschätze in unserer Pfarrkirche Hochaltar: spätbarock, 1744 in Innsbruck hergestellt. Die in die Breite gehende Predella trägt die Figuren des heiligen Leopold und des heiligen Karl Borromäus. Das Mittelstück zeigt das Schreinbild Sankt Josef, den Kirchenpatron. Es ist ein Ölbild in dunklem Braun aus dem Passauer Domschatz von Joh. Georg Dom. Grasmair, entstanden 1764. Der Altaraufsatz wird von sechs Säulen mit typischen, spätbarocken Kapitellen getragen. In der Mitte befindet sich ein Ölbild "Gott Vater" darstellend. Bemerkenswert ist die stark betonte Bewegung und Gegenbewegung im plastischen Teil des Aufsatzes. Er erfährt die größte Steigerung in den beiden Engelsfiguren. Seitenaltäre: barock, entstanden 1740, sie sollen aus einem Tiroler Kloster gekommen sein, links der Frauen-, rechts der Antoniusaltar. Schrein und Aufsatz enthielten früher Ölbilder. Diese wurden bei einer Renovierung (1937) in der Werkstätte Rauch, Altmünster, durch Plastiken ersetzt, wodurch die beiden Altäre größere künstlerische Bedeutung bekamen. Kanzel: Sie ist ein Werk des Bildhauers Franz Anthoni Koch aus Mondsee, um 1730 entstanden. Stiegengeländer und Kanzel selbst bilden eine harmonische Einheit. Die Kuppel trägt eine besonders schön gefasste vergoldete Holzplastik, den "Guten Hirten". Die Plastik ist in der Werkstätte (oder von) Meinrad Guggenbichler geschaffen worden. Kreuzigungsgruppe im Fronbogen: barock, ca. 1700. Monstranz: aus vergoldetem Silber, mit Edelsteinen besetzt. Sie ist 2,5 kg schwer und wahrscheinlich eine Spende des Salzverwesers Josef Anton Sydler von Rosenegg (Verweser von 1710 bis 1741). Weihnachtskrippe: ein besonderer Anziehungspunkt ist die zu Weihnachten aufgestellte Krippe, die mehrere Male umgruppiert wird. Der Hersteller ist unbekannt, die Figuren dürften aus der "Kremsmünsterer Schule" kommen (um 1750). Das Gesamtwerk ist beeindruckend.

Öffnungszeiten

Ganzjährig täglich von 8.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Zusätzlich während der Gottesdienste zugänglich.

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