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Elma Pandžić: (K)ein Liebesroman
Die Veranstaltung
(K)ein Liebesroman – Lesung im ZIMT
Über Paläste mit Rissen im Putz und Nachnamen mit Buchstabierpotenzial
Am 2. Juli stellt die Braunauer Autorin Elma Pandžić im ZIMT ihren zweiteiligen Debütroman „Emina“ vor. Die Lesung widmet sich nicht nur einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte zwischen mehreren Ländern und Sprachen, sondern vor allem Frauen und ihren Schicksalen.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie das Aufwachsen in der Diaspora, das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne sowie gesellschaftliche Erwartungen an Frauen. Der Roman behandelt dabei auch sensible Themen wie Gewalt, Verlust und die Folgen belastender Kindheitserfahrungen. Gleichzeitig gibt die Autorin persönliche Einblicke in die Entstehung ihres Romans, spricht über Self-Publishing im Jahr 2026 und über die Herausforderung, sich als Autorin in einem Buchmarkt zu behaupten, auf dem täglich tausende Neuerscheinungen um Aufmerksamkeit konkurrieren.
Putz statt Prunk
Elma Pandžić ist in Braunau keine Unbekannte. Als Food-Bloggerin („Hanuma kocht“), Gemeinderätin, Integrationsbeauftragte und Kolumnistin der Braunauer Stadtnachrichten beschäftigt sie sich seit Jahren mit Fragen des Zusammenlebens und der Mehrsprachigkeit. Unter dem Künstlernamen „Elma Saray Lale“ verlagert sie diese Themen nun in die Literatur. Ihr Künstlername trägt zwar das Wort „Saray“ – Palast – in sich, doch Prunk sucht man in ihren Geschichten vergeblich. Sie schreibt lieber über Menschen mit Rissen im Putz und über jene, deren Nachnamen man buchstabieren muss. Mit trockenem, manchmal schwarzem Humor erzählt sie von Heimaten, die man liebt, obwohl sie wehtun und von Beziehungen, die oft schon in den Köpfen scheitern, bevor sie es in der Realität tun.
Schreiben als Ventil
Mit zehn Jahren entstanden erste Texte und Gedichte. Über Jahre hinweg blieb das Schreiben ein konstanter Begleiter als Ventil für die Herausforderungen des Alltags. Mit dem Kinderbuch in Reimform „Freddi, der Chaoshase“ veröffentlichte Elma Pandžić 2021 ihr erstes Werk. Ihr eigentliches literarisches Ziel jedoch waren Romane: „Ich wollte Geschichten über die bosnische Diaspora schreiben. Moderne Liebesromane in deutscher Originalsprache über unseren Weg, der gerade deswegen spannend ist, weil es diese Perspektive auf dem deutschen Buchmarkt kaum gibt.“
Emina, Enzo und Milica als Charaktere
Ausgangspunkt dafür war eine Beobachtung der Buchliebhaberin: Liebesgeschichten sind allgegenwärtig, aber selten vielfältig. Am bosnischen Buchmarkt dominieren Übersetzungen anglophoner Romane, im deutschsprachigen Raum fehlen Erzählungen, in denen bosnisch-stämmige bzw. Balkan-Identitäten selbstverständlich vorkommen. „Ich mochte Abby, Kevin und James als Figuren, aber ich vermisste Emina, Enzo, Mateo oder Milica. Also habe ich sie zum Leben erweckt.“
Vier Länder, drei Sprachen, eine Liebe – und der Beginn einer Familien-Saga
Der zweiteilige Roman „Emina“ bildet den Auftakt einer Familiensaga. Als Fundament der Geschichte eröffnet er den Rahmen für weitere Romane über fünf Cousinen mit unterschiedlichen Lebenswegen. Die Bücher erzählen von Liebe als Prozess, nicht als Ideal, und von Frauen, die zwischen Heimat und Entwurzelung, Glaube, Kultur und Schuld ihren Weg suchen.
Behind the Balkan Scenes
Der Roman richtet sich nicht nur an Leserinnen und Leser mit Balkan-Wurzeln. Er bietet auch Menschen ohne Bezug zur Region einen Einblick in den Alltag einer bosnisch-stämmigen Person und beantwortet ganz nebenbei Fragen wie: Welche Bräuche gehören zu einer bosnischen Hochzeit? Was kommt bei bosnischen Familien auf den Tisch? Welche Rolle spielen Religion und Tradition im Alltag? So entsteht das Bild einer Generation, die in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern zu Hause ist – und dennoch oft im Niemandsland zwischen zwei Kulturen lebt.
Künstlername bewusst gewählt
„Ich habe mich bewusst dazu entschieden, nicht unter meinem bürgerlichen Namen zu veröffentlichen, weil ich die Rollen in meinem Leben trennen möchte. Da gibt es Hanuma, die Food-Bloggerin, Elma Pandžić, die Privatperson und Gemeinderätin, und Elma Saray Lale, die Autorin. Mein Autorenname soll ein Symbol sein für Menschen, die zwischen Kulturen leben, und um ehrlich zu sein, auch aus praktischen Gründen: Mein Nachname wird ständig buchstabiert, falsch ausgesprochen oder mit einem übermotivierten ›tsch‹ beendet. Mit Elma Saray Lale erspare ich mir Erklärungen und hoffe, dass er in Erinnerung bleibt.“
Italiener trifft Bosnierin
Die Romane um Enzo und Emina erzählen eine Liebesgeschichte, die ihren Ursprung auf einer bosnischen Hochzeit nimmt – zwischen Musik, Tradition und einem Moment, der zwei Menschen unausweichlich miteinander verbindet. Beide sind geprägt von unterschiedlichen Lebensrealitäten und inneren Wunden und zugleich verbunden durch eine Vertrautheit, die bleibt, auch als sich ihre Wege wieder trennen. Jahre später treffen sie erneut aufeinander. So weit, so romantisch, doch nichts ist wie früher. Missverständnisse, die Schatten der Vergangenheit und der Verlust eines geliebten Menschen stehen zwischen ihnen, und die Frage, ob die Nähe von damals nur Einbildung war ...
Lesung mit Publikumsgespräch
Donnerstag, 2. Juli 2026
19 Uhr (Einlass: 18:30 Uhr)
ZIMT Braunau, Kaserngasse 2
Nach der Lesung lädt ein Buffet zum gemütlichen Ausklang des Abends ein.
Um Anmeldung wird aufgrund begrenzter Plätze gebeten:
+43 676 847804284 oder daniela.auer@braunau.ooe.gv.at
Info
Kontakt
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Kasernstraße 2, 5280 Braunau am Inn, Österreich
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