Bregenzerache - ehemaliger Holzsteg

Beschreibung

An dieser Stelle – damals führte noch ein wackeliger Holzsteg über die Bregenzerache – trug sich im Juni 1860 ein Ereignis zu, das Felder tief erschütterte. (Audio)

Sonderling und Außenseiter

Welche Rolle Franz Michael Felder im Dorf zukam, vermag kaum etwas deutlicher zu machen als ein Ereignis, das sich am Morgen des 6. Juni 1860 zutrug.

Im Stich gelassen

Zwei Wochen hatte es geregnet, nun war der Himmel klar. Gegen vier Uhr morgens machte sich Franz Michael Felder mit seinen Kühen auf den Weg ins Vorsäß. In Gedanken an Nanni versunken, erkannte er zu spät, dass die Kühe auf die Brücke gelaufen waren. Als er sie zurücktreiben wollte, brachen die Bretter unter Felders Füßen ein und er stürzte mit den Tieren in die Hochwasser führende Bregenzerache. Felder trieb im reißenden Wasser, da kamen Bauern vorbei, Bekannte aus dem Dorf, „recht gute Christen“. Doch die kümmerten sich lieber um die Kühe. Sein Freund Josef Oberhauser war es, der ihn schließlich aus den Fluten rettete.

Keine Verbitterung

Für ihn, den man schon in Kindheitstagen als Sonderling bezeichnet hatte, stellte dieses Ereignis einen Tiefpunkt in seinem Leben dar. Dass ihn Dorfbewohner im Stich gelassen hatten, traf ihn tief. Es machte seine Außenseiterrolle offenkundig. Doch es habe, so Felder in seiner Selbstbiografie, auch reinigende Wirkung in der Dorfgemeinschaft gehabt.

Jahre später schrieb er: „Was meine Landsleute mir, dem Unverstandenen, in den Weg legten, vermochte nicht mich zu verbittern. Mein Auge und mein Herz blieben offen für des Volkes leibliche und geistige Noth.“

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